Fichtenpechsalbe kochen

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Die Pechsalbe – Harzsalbe – ist die wichtigste traditionelle Wundheilsalbe. Sie ist effektiv gegen Bakterien, Viren und Pilze, wirkt zusammenziehend und entzündungshemmend. Dadurch wird die Wunde gereinigt und geschlossen. Das Harz wäre pur viel zu radikal, deshalb lösen wir es in Fett (Olivenöl, Butterschmalz) auf und geben dann ein wenig Bienenwachs dazu, damit der Ölauszug auch gut in die Haut eingeschleust werden kann.

Die Grundrezeptur ist beinahe auf der ganzen Welt die gleiche: 20 bis 30% Harz in Öl/Fett. Die unzähligen weiteren Zutaten hängen von Region und Verwendung ab: zur Wundheilung eignen sich Schafgarbe und Ringelblume, für einen Brustbalsam Thymian, Quendel oder Fichtenwipfel und für einen Fußbalsam schweißhemmende Walnussblätter oder Salbeiblätter. In vielen Rezepten finden sich auch Johanniskrautöl oder Honig.

Die Pechsalbe hält bei Zimmertemperatur gut. An der Arm-Innenseite kann ausprobiert werden, ob man sie gut verträgt. In seltenen Fällen gibt es Allergien gegen Kolophonium (oder andere Zutaten).

Der Finne Arno Sipponen hat mit seiner Forschergruppe ab der Uniklinik Helsinki interessante Untersuchungen gemacht und herausgefunden, dass Fichtenharz auch gegen Multiresistente Keime wirkt. 12 von 13 Patienten konnte er in einer klinischen Studie erfolgreich mit einer hausgemachten Fichtenpechsalbe behandeln, die seit mehr als ein halbes Jahr offenen Beine hatten.

Sipponen et al.: Beneficial effect of resin salve in treatment of severe pressure ulcers: a prospective, randomized and controlled multicentre trial. British Journal of Dermatology 2008 158; 1055-1062